Zeidlerverein für  Nürnberg und Umgegend e.V.

gegr.  1861

Ansprechpartner:

Franz Mages, 1. Vorsitzender

Hartstraße 5a

90475 Nürnberg

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Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 15. Januar 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere erste  Versammlung in 2010 wurde von 20 Mitgliedern und 8 Gästen besucht. Als Auftakt zum Jahresprogramm 2010 machten wir per Vortrag einen Ausflug nach Südamerika. Hierzu begrüßte Herr Mages Frau Simone Groh aus Brasilien.

Zunächst stand nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung der TOP Geschäftliches auf dem Programm:

  • Herr Mages stellte das Jahresprogramm 2010 vor; einzelne Punkte stehen noch nicht endgültig fest; Ergänzungen folgen demnächst.
  • Die Messe Freizeit + Garten hat einen festen Termin; Helfer werden gebraucht.
  • Ferner gibt es Veranstaltungen und Präsentationen auf dem Erfahrungsfeld der Sinne, im Tiergarten, auf dem Reichswaldfest.
  • Wir planen einen Imkerausflug und einen Anfängerlehrgang.
  • Vormerken sollte man sich den Vortrag von Prof. Tautz am 18. Juni.

 Im anschließenden Vortrag beantwortete Frau Simone Groh die Fragen

Wie kommt man mit der afrikanisierten Honigbiene zurecht?
und
Wie und wo wird in Brasilien Bio-Honig produziert?

Frau Groh studierte seit 1989 Tier- bzw. Bienenhaltung in Brasilien und ist als Beraterin für Imker in verschiedenen Regionen tätig, die Bio-Honig sowohl für den europäischen wie den amerikanischen Markt produzieren.

Sie gab uns Einblick in ihre Tätigkeit und in die Bedingungen für die Bienenhaltung. Diese sind in den 5 Regionen Brasiliens sehr unterschiedlich.

Im Nord-Osten ist es sehr heiß und trocken; es gibt aber reichlich Nektar von einer Knöterich-Pflanze. Es herrscht aber Mangel an Pollen und an Wasser. Wegen fehlender Pollen höseln die Bienen sogar an in Fässer gelagertem Reis und an Manjok-Wurzel-Mehl.  Für eine ausreichende Wasserversorgung muss der Imker sorgen.

Im Süden ist Wassermangel unbekannt. Wegen Hochwassergefahr stehen die Bienenstöcke teils auf 2 m hohen Pfählen. Geimkert wird oft per Boot, was die Arbeit auch nicht leicht macht.

Trotzdem sei überall per Wanderimkerei ein Ertrag pro Volk von 3 mal 60 kg Honig / Jahr möglich.

Diesen Ertrag bringt die sog. afrikanisierte Honigbiene, eine Kreuzung aus europäischen und afrikanischen Bienenrassen. Diese Bienen kommt mit den klimatischen Bedingungen in Brasilien bestens zurecht, Varroa und andere Seuchen spielen keine Rolle.

Der Nachteil dieser Biene: sie ist äußerst aggressiv!

Der Imker braucht Vollschutzanzüge, am Besten aus 3 Schichten und jede Menge Rauch.
Der Rauch darf aber nicht zu stark sein –die Flügel der Bienen verbrennen- , der Imker darf sich nicht hektisch bewegen, nicht nach Parfüm, Schweiß oder ‚Angst‘ riechen, darf keine metallischen Geräusche machen, muss auch einen einzigen Stich unbedingt vermeiden.

Verletzt der Imker diese Regeln, so gibt es Alarm und er wird von den Bienen mehrerer benachbarter Stöcke gleichzeitig überfallen. Solche Überfälle sind für Menschen durchaus tödlich.

Frau Groh berichtete von einem Überfall, den sie selbst erlebt hatte. Sie und Ihre Familie konnten sich rechtzeitig in ein Haus retten. Dafür haben die Bienen dann alle Hühner des Hofs  abgestochen.

Mit dem TOP „Imkerliches“ und „Sonstiges“ kehrten wir zu unseren heimischen Bienen zurück:

  • Von ersten Völkerzusammenbrüchen wird berichtet
  • Im Frühjahr ist mit einem bösen Erwachen zu rechnen
  • Herr Mages verwies auf den Imkertag in Veitshöchheim am 6. Februar.

Erlangen, Januar 2010

Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 19. Februar 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung, die  wir dieses mal ohne externen Vortragenden gestalteten, wurde von 52 Imkern – 38 Mitgliedern und 14 Gästen – besucht.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung sprach Herr Mages zum TOP Geschäftliches:

  • Alle Mitglieder sind zur Jahresversammlung eingeladen. Es steht die Neuwahl eines 2. Vorsitzenden und des Schriftführers an.
  • Bei Neuanschaffungen bitte nicht nur das Internet heran ziehen – unsere Imkerbedarfshütte, die auch Vereinsfremden offen steht, hat auch einiges zu bieten.
  • Der Verein wird demnächst 150 Jahre alt – Ideen zur Gestaltung einer Feier oder Vorschläge zu Referenten sind immer willkommen.
  • Bei der kommenden Freizeit-Messe lautet unser Thema: Biene in der Natur.

 Der anschließende Informationsteil des Abends wurde als Erfahrungsaustausch unter den anwesenden Imkern gestaltet. Er stand unter dem Motto:

 Imkerliche Arbeiten im Jahreskreislauf.

  Wir begannen im Februar mit der Frage: „Was mache ich jetzt bei den Bienen?“

Viele Maßnahmen zur Notfütterung usw. wurden diskutiert – erfahrende Imker mahnten jedoch: „Solange kein Reinigungsflug stattgefunden hat, lasst die Bienen in Ruhe!“ Die oft empfohlenen Notfallmaßnahmen sind nur für den wirklichen Notfall geeignet, d.h. wenn die Völker offensichtlich vor dem Tod stehen. Dann kann man nichts verkehrt machen.

Im März/April stand Durchsicht, Einengung und die zweckmäßige Entfernung alter, schwarzer Waben im Mittelpunkt der Diskussion.

Im Mai ging es um die Königinnenaufzucht. Herr Mages stellte das Mini-Plus-System und verschiedene Umlarvlöffel vor. Herr Winnerlein gab Tipps zur Bildung von Ablegern und Kunstschwärmen. Außerdem wurde das richtige Zusetzen von gekauften Königinnen besprochen.

Im Spätsommer stand die Fütterung zur Diskussion. Es wurden die Vorteile, aber auch die Nachteile der verschiedenen Futterarten durchgesprochen, wie

  • Zuckerwasser, es löst Räuberei aus, kann sauer werden,
  • Futterteig, er verkürzt nach neuen Erkenntnissen die Lebensdauer der Bienen,
  • Flüssiges Fertigfutter ist z.Zt. wohl optimal, wobei aber Apiinvert frostempfindlich ist.

Nachdem auch noch weitere Themen, wie Drohnenwabenschneiden, künstliche Besamung und zweckmäßiger Kauf von Rähmchen besprochen waren, gab es zum TOP Sonstiges keine Wortmeldungen mehr und Herr Mages schloss mit einem Hinweis auf die Jahresversammlung die Veranstaltung.

 Erlangen, Februar 2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

 

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 16. April 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung besuchten 35 Mitglieder und 9 Gäste.

Herr Mages gegrüßte Frau Dr. Ingrid Illis vom Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim, die den heutigen Fachvortrag hielt.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung wies Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches auf folgende Veranstaltungen hin:

  • Den beginnenden Anfängerlehrgang, den Vereinsausflug am 16.5., unsere Präsentationen im Tiergarten und auf dem Erfahrungsfeld der Sinne, zu denen wir noch Mitarbeiter suchen,
  • auf die kommenden Vorträge von Dr. Horn und Prof. Tautz.

Herr Mages sucht Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen von Buckfast Bienen zum präparieren.

 Anschließend hielt Frau Dr. Illis einen sehr informativen Vortrag mit dem Thema:

 Sie ist was sie isst -
Einfluss der Pollenernährung auf die Honigbiene.

 Einleitend erläuterte Frau Dr. Illis die Inhaltstoffe des Pollens und das Sammelverhalten der Bienen. Ein Volk benötigt im Jahr rund 45 kg Blütenpollen, den die Arbeiterinnen 10 bis 15 mg-weise mit ihren Höschen eintragen. Der genaue Pollenbedarf hängt stark von der Qualität ab. Der Pollen muss während der Enzwicklungszeit laufen frisch gesammelt werden, denn die Bienen können aus Aufwandsgründen nur 1 bis 2 kg als Vorrat für Schlechtwetterzeiten lagern.

Der Pollen wird zur Aufzucht der Brut gebraucht, wobei die Larven nur zu 5% direkt gefüttert werden; die restlichen 95% bekommen sie über die Ammenbienen als Futtersaft. Auch Jungbienen fressen Pollen, damit sich ihre Futtersaftdrüsen, die Muskulatur und der Fett-Eiweiß-Körper entwickeln können.

Die Sammelleistung eines Volkes variiert. Die Anzahl der Pollensammlerinnen und die Zahl der Flüge pro Sammlerin ist abhängig von der Stärke des Brutnestes.

Bei Pollenmangel ist trotzdem eine Aufzucht von Bienen möglich. Es kommt aber zu Mangelerscheinungen, wie Schwächung des Immunsystems, Anfälligkeit gegen Pflanzenschutzmittel und unzureichend entwickelte Fett-Eiweißkörpern. Unter Umständen tritt Brutkanibalismus auf, wobei die Bienen die jüngste Brut wieder ausfressen, da in sie bisher am wenigsten investiert wurde.

Frau Dr. Illis stellte die Ergebnisse von umfangreichen Studien vor, die sie und ihre Mitarbeiterinnen unternommen hatten. Man wollte den Einfluss von Veränderungen in der Pollenvielfalt, z.B. durch Massentrachten wie Mais und Raps auf die Bienen feststellen. Dabei wurden in Zeltversuchen Bienen mit unterschiedlichen Pollendiäten aufgezogen:

  • gehöselter Maispollen, von Hand gesammelter Maispollen, künstlicher Pollenersatz und pollenfreie Diät

im Vergleich zu

  • Mischpollen von verschiedenen Pflanzen.

Nur Misch- und Maispollen brachten Erfolg, wobei die Bienen vom Maispollen bedeutend höhere Mengen brauchten aber eine deutlich kürzere Lebensdauer erreichten.

Ursache ist das Fehlen von essentielle Aminosäuren, die die Bienen durch die Pollen aufnehmen. Bei Mischpollen fehlt der einen Pflanze diese Aminosäure, der anderen Pflanze fehlt eine andere. In der Summe ist das Ergebnis ausgeglichen.

Bekommt die Biene bei Massentrachten nur Pollen einer Pflanze, so schlägt sich eine fehlende Aminosäure in mangelhafter Hämolymphe und somit in einem schwachen Immunsystem nieder.

Das Resümee: Bienen brauchen abwechslungsreiche Ernährung.

Abschließend wies Frau Dr. Illis noch auf ein erfolgversprechendes Projekt der Abteilung Landespflege hin. Man versucht beim Ackerbau zur Energiegewinnung vielfältige Kulturen als Alternative zum Mais zu entwickeln. Zur Zeit laufen 1. Versuche für Biogasanlagen. Ab 2012 ist mit Saatgut im Handel zu rechnen; die Bienen werden davon profitieren.

Mit einer Einladung zum Veitshöchheimer Imkertag am 27.6.2010 schloss Frau Dr. Illis ihre Ausführungen.

Unter den TOPSonstiges und Imkerliches stand sie uns noch zu Diskussionen zur Verfügung u.a. über Pollenfallen, Winterverluste und zweckmäßige Einnahme von Pollen durch den Menschen.

Mit einer Einladung zu unserem Imkerausflug schloss Herr Mages die Versammlung.

Erlangen, April 2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Am 16. Mai machten wir einen Ausflug nach Bad Königshofen und zum Bienen Ruck.

Einen kurzen Bericht findet man hier.

Außerdem machte Siegfried Leykamm schöne Fotos von dem Ausflug.

Eine kleine Auswahl zeigen die die nachfolgenden Seiten.

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 21. Mai 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Zu unserer Versammlung, die von 23 Mitgliedern und 10 Gästen besucht wurde, begrüßte Herr Mages Herrn Dr. Helmut Horn aus Stuttgart Hohenheim, der unseren heutigen Fachvortrag hielt.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung sprach Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  •  Eine umlaufende Unterschriftsliste, mit der ein Verbot von Neo-Nicotinoiden als Beizmittel von Saatgut gefordert wird.
  • Auf dem Erfahrungsfeld der Sinne stehen mehrere Aktivitäten an. Es werden noch Helfer benötigt.
  • Unser jährlicher Imkerausflug führte uns dieses Mal nach Bad Königshofen und zum Bienen Ruck. Herr Mages gab einen kurzen Rückblick über den interessanten Tag. Vorschläge für den Vereinsausflug 2011 sind immer willkommen.

 Anschließend hielt Herr Dr. Horn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Stuttgart Hohenheim und auch Imkermeister, einen Vortrag mit dem Thema:

 Honig,
seine Zusammensetzung und gesundheitliche Bedeutung.

Herr Dr. Horn beleuchtete das Naturprodukt Honig umfassend von vielen Seiten, u.a.:

  • Die komplexe Zusammensetzung aus vielen hundert Einzelkomponenten,
  • die wirtschaftliche Bedeutung weltweit und regional,
  • den Entstehungsweg vom Siebröhrensaft der Pflanzen über die Honigblase der Biene bis zur schleudereifen Wabe.
  • Bei Nektar- und bei Honigtauhonigen erläuterte er detailliert die unterschiedlichen Zwischenschritte, die beteiligten Organismen und die geschmacklichen Unterschiede.

Im zweiten Teil seines Vortrags behandelte Dr. Horn die gesundheitliche Bedeutung des Honigs.

Honig ist nicht nur förderlich für unsere Ernährung und hilft unserer Verdauung.

Er wirkt sich auch positiv aus auf die Funktion verschiedener Organe wie Herz, Leber und Blut. Gegen verschiedenartige Krankheiten wie z.B. Herpes und auch zur Versorgung von Wunden ist er einsetzbar.

Herr Dr. Horn kam zu dem Resümee:

Honig ist kein Wundermittel  - aber Honig ist mehr als seine Teile.

Unter dem TOPSonstiges verwies Herr Mages auf den folgenden Vortrag von Prof. Tautz am Erfahrungsfeld der Sinne und schloss die Versammlung.

 Erlangen, Mai 2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 16. Juni 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung wurde von 31 Mitgliedern und 14 Gästen besucht. Herr Mages begrüßte Herrn Dr. Stefan Berg von der Fachgruppe Bienen der Landesanstalt Veitshöchheim, der den heutigen Fachvortrag hielt.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung sprach Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Futtermittel, die über die Imkerbedarfshütte bezogen werden sollen, bitte vorbestellen.
  • Am Erfahrungsfeld der Sinne wurden bisher fast alle Termine durch Helfer belegt. Einzelne Wochenenden sind noch offen. Herr Mages dankt allen Aktiven.
  • Die Wochenenden im Tiergarten wurden bisher nur spärlich besetzt. Herr Mages hofft auf besseren Zuspruch im kommenden Jahr.
  • Der Vortrag von Prof. Tautz wurde von ca.100 interessierten Imkern besucht.
  • Für das Programm 2011 werden jederzeit Ideen entgegengenommen.

 Anschließend hielt Herr Dr. Berg seinen Vortrag zu dem Thema:

 Neues aus der Bienengesundheitsforschung.

Herr Dr. Berg ging auf die jährlichen Pressemeldungen über Bienenverluste ein. Auch die verschiedenen Umfragen unter den Imkern zeigen einen durchschnittlichen Auswinterungsverlust von ca. 13% der Völker.

Ursache ist nach wie vor die Varroamilbe.

Es gibt einen Rhythmus von zwei Jahren, in dem die Bienen sich zu erholen scheinen. Die Erholung ist nur vorrübergehend, denn wenn viele Völker sterben, sterben auch die Milben. Als Folge haben die Bienen eine kurze Erholungspause.

Die Varroa-Milbe bleibt das Hauptproblem aller Imker auf der nördlichen Erdhalbkugel. In USA stirbt jährlich sogar 1/3 aller Völker. Auf der Südhalbkugel ist die Varroa weitgehend unbekannt.

Herr Dr. Berg ermahnte uns, die Varroabehandlung rechtzeitig im Sommer zu beginnen. Sind Bienen noch im Oktober stark befallen, dann kommen alle Maßnahmen zu spät.

Eine weitere aktuelle Erkrankung ist die Nosema. Es ist ein Anstieg der Krankheitsfälle zu beobachten. Neben der herkömmlichen FormNosema apis ist eine neue Variante N.cerane verbreitet.

Eine weitere Bedrohung der Bienenvölker ruft der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hervor. Insbesondere Rapskulturen erweisen sich als schädlich. Fungizide, Mittel gegen Pilzbefall belasten die Völker sehr, da sie mit Pollen eingetragen werden. Da die Pollen meist erst Wochen nach dem Eintrag von den Bienen gefressen werden, erkennt der Imker bei einem Bienensterben die eigentliche Ursache nicht mehr.

Nach dem Überblick über die akuten Gefahren, die unseren Bienen drohen, ging Herr Dr. Berg ausführlich auf Maßnahmen zur Varroabekämpfung ein.

Erklärt wurde der Einsatz von Ameisensäure (60% und 85% bei Therapienotstand), Oxalsäure und Thymolpräparaten.

Die exakten Anwendungen lassen sich unter www.lwg.Bayern.de/bienen/ nachlesen. Dort kann man sich auch eine Broschüre herunter laden und sich Hinweise zur passenden Behandlung beim aktuellen Wetter geben lassen.

Nach einer lebhaften Diskussion über verschiedene Gesundheitsfragen der Bienen beendete Herr Mages die Versammlung mit einer Einladung zum Vortrag von Herrn Müller-Engler zum Thema ‚Bienen auf Wanderschaft‘ im kommenden September.

 Erlangen, Juni 2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 17. September 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Zu unserer ersten Versammlung nach der Sommerpause kamen 33 Mitglieder und 6 Gäste. Herr Mages begrüßte Herrn Müller-Engler, den Staatlichen Fachberater für Mittel- und Unterfranken, der unseren heutigen Fachvortrag hielt.

Zunächst, nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung, sprach Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Alle Imker sind aufgefordert, nochmals ihre Bienen genauer auf Varroa-Befall durchzuschauen. Bei Bedarf ist jetzt eine Behandlung mit 85%-tiger AS angesagt. Hierzu ist unter dem Stichwort „Notfallmaßnahme“ ein Rezept vom Amtstierarzt anzufordern (in Nbg. bei Frau Dr. Popp). Das Anfordern von Notfall-Rezepten beschleunigt außerdem die amtliche Zulassung der 85%-tigen AS. Auf die Führung des Bestandsbuches ist zu achten.
  • Wir haben z.Z. keinen Gesundheitswart. Wer sich für dieses Amt interessiert kann sich in Veitshöchheim ausbilden lassen.
  • Bei selbst entworfenen Etiketten für Honiggläser ist auf die Form-Vorschriften zu achten. Das Ordnungsamt Nürnberg sieht zur Zeit in der Etiketten-Überwachung ein wichtiges Aufgabengebiet.
  • Ab Oktober wird es den neuen Imkerkalender geben. Im November gibt es wieder einen Wachsumtausch in der Imkerbedarfshütte, die vor den Monatsversammlungen geöffnet ist.
  • Unser Programm für Januar/Februar 2011 steht. Für die weiteren Monate sind Vorschläge und Ideen herzlich willkommen.

 Anschließend informierte uns Herr Müller-Engler über:

 Gezielte Trachtnutzung – mit Bienen auf Wanderschaft gehen.

Zunächst sprach er einige allgemein interessierende Punkte an, wie

  • den bisherigen Verlauf des Jahres 2010,
  • einen Hinweis auf die Home Page der Fachgruppe Bienen, wo aktuelle, wetterabhängige Tipps zur Varroabehandlung gegeben werden
  • und ebenfalls das Thema Honigetiketten. Hierüber gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Fachgruppe und dem Landesamt f. Gesundheit in ER – wenn es ein Ergebnis gibt, wird ebenfalls über das Internet informiert.

 Das Thema Trachtnutzung betrachtete Herr Müller-Engler unter verschiedenen Gesichtspunkten, wie:

  • Trachtarten, wie Nektar- u. Honigtautracht mit verschiedener Herkunft (Grünland, Wald, Brachland, Siedlungsgebiete usw.)
  • Bedeutung für die Pollenversorgung, Schwarmtätigkeit, Honigsorte u. Wassergehalt.

Er erläuterte die einzelnen Trachtphasen, wie:

  • Vortracht,
  • Frühtracht, ab Obst mit einsetzender Eigenversorgung der Bienen,
  • Frühsommer, Sommer (hauptsächlich Wiese) und Spättracht mit Wald und Heide,
  • Herbsttracht, sie ist wichtig zur Pollenversorgung der Winterbienen.

Er nannte die Voraussetzung für die Gewinnung Sortenhonige:

  • Eine hohe Bienenzahl, damit stetig gesammelt wird.
  • Die Betriebsart muss stimmen und eine Massentracht muss vorliegen. Es haben außer der Pflanzenart  auch andere Faktoren wie Bodenfeuchte Einfluss.

Eine Vorhersage, was meine Bienen wohl für Honig sammeln, ist sehr ungewiss. Man soll den umgekehrten Weg gehen und den Honig untersuchen lassen. Das bringt Sicherheit.

 Als Massen-Tracht für Sortenhonig kommt in Frage:

  • Obst (bei uns nur minimale Mengen)
  • Raps, Wald, Tanne, Sonnenblume, Löwenzahn, Robinie, Weißklee u. Edelkastanie.

Die geeigneten Trachtpflanzen müssen in einem Umkreis von ca. 1 km um den Bienenstand möglichst flächendeckend blühen, damit Sortenhonig erzielt wird.

 Im Bayern ist der Pflanzenbestand meist lückig, somit Sortenhonig selten möglich.
Hierzu ist wandern in Fernwandergebiete nötig (Alte Land, Pfälzer Wald usw.).

 Schwierig ist es, den richtigen Zeitpunkt zum Wandern zu erwischen. Insbesondere bei Waldtrachten helfen Auskünfte bei Wetterdiensten und die Beobachtung von Leitarten. Hier ist der Hobby-Imker meist überfordert.

 Bessere Ergebnisse liefern Stockwaagen, alles andere ist unsicher. Es gibt die klassischen Stockwaagen, die täglich abzulesen sind. Moderne Waagen erfassen außer Gewichtszunahme der Völker auch Wetterdaten, Brutnesttemperaturen, Aufstellungsort per GPS und versuchte Diebstähle. Alles wird per SMS dem Imker gemeldet.

 Es läuft z.Z. ein Versuch mit 25 bayernweit aufgestellten, vernetzten Waagen. Wenn er positiv ausfällt wird man versuchen, weitere Imker zur Teilnahme zu gewinnen. Ein enges Netz ermöglicht dann sichere Prognosen.

 Abschließend erklärte Herr Müller–Engler die technischen und rechtlichen Voraussetzungen zum Wandern: Passende Beuten, geeignete Fahrzeuge und Ladehilfen und – sehr wichtig- das Gesundheitszeugnis des Veterinäramtes. Transportzeit im Dunkeln und ev. Sonntagsfahrverbot sind zu berücksichtigen.

 Ergebnis: Oft ist es wirtschaftlich besser, Sortenhonig dazu zu kaufen. Wandern ist kostenintensiv.

 In den anschließenden TOP Imkerliches und Sonstiges ging der Referent auf diverse Fragen ein, wie zu: Bedeutung des Indischen Springkrautes, Ersatz der Honigbiene durch Mauerbienen, gesundheitlich gefährliche Trachten wie Jakobsgreiskraut, Erzielung von Bestäubungsprämien.

 Herr Mages schloss die Versammlung mit einer Einladung zu unserer Oktoberveranstaltung.

 Erlangen, September  2010

Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 15. Oktober 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Zu unserer Versammlung, die von 24 Mitgliedern und 6 Gästen besucht wurde, hatten wir Herrn Bernd Kämpf von der Firma Breitsamer eingeladen. Herr Kämpf berichtete über die Qualitätssicherung eines honigabfüllenden Betriebes.

Nach Begrüßung des Gastes, Verlesung des letzten Protokolls und der Tagesordnung sprach Herr Mages zum TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Per tierärztlichem Rezept ist 85%-tige Ameisensäure in Apotheken beziehbar.
  • Die Sperrbezirke Unterferriden und Rehhof sind aufgehoben.
  • Wir suchen und begrüßen Vorschläge für unser Programm 2011.
  • Im Januar 2012 feiern wir unser 150-jähriges Jubiläum. Herr Prof. Münstedt hat seine Beteiligung zugesagt. Auch die neue Stellwand, mitfinanziert vom Erfahrungsfeld der Sinne, wird zum Einsatz kommen.

 Im anschließenden Vortrag berichtete Herr Kämpf über

 Qualitätskontrolle und –sicherung in einem honigverarbeitendem Betrieb.

Zunächst stellte Herr Kämpf die Fa. Breitsamer vor, die mit 15.000 t Honig / Jahr der drittgrößte Honigabfüller in der EU ist. Er leitet dort das Labor, das mit 7 Mitarbeitern die Arbeitsgebiete Wareneingangskontrolle, Prozessüberwachung und Endkontrolle bearbeitet.

 Wareneingangskontrolle ist sehr wichtig, denn in Deutschland werden ≈ 100.000 t/a Honig verbraucht ( ^ 1,2 kg/Kopf ) bei einer Eigenproduktion von 20.000 Tonnen. D.h. 80.000 t Honig müssen jährlich aus aller Welt importiert werden. Der eingekaufte Honig wird u.a. auf Rückstände von Medikamenten, wie Antibiotika oder von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Analysiert werden ca. 50 verschiedene Stoffe. Beanstandete Lieferungen werden rückgewiesen.

 Für manchen ernüchternd stellte Herr Kämpf fest, deutscher Honig ist keinesfalls besser als Importe, lediglich die Schadstoffe differieren. In verschiedenen Ländern fand man Antibiotika, die kamen dann EU-weit auf eine Sperrliste. Für Deutschland typisch sind noch Rückstände von Mottenkugeln und Fabi-Spray, obwohl diese Mittel in der Imkerei seit Jahren verboten sind.

 Die Vielfalt der eingekauften Honigsorten hat den Vorteil, dass man Endprodukte mit immer der gleichen Geschmacksrichtung und der gewünschten Konsistenz (flüssig, cremig usw.) zusammen mischen kann. Der Supermarkt-Kunde will Jahr für Jahr den gleichen Honig haben. Das unterscheidet ihn vom Kunden eines privaten Imkers, dort akzeptiert man je nach Trachtlage verschiedene Geschmacksrichtungen.

 Ausführlich erläuterte Herr Kämpf die Wirkung, Grenzwerte und Bestimmung der einzelnen Bestandteile und Enzyme im Honig, wie Diastase, Invertase, HMF-Wert usw. aber auch die Suche nach Pollen schädlicher Pflanzen, wie z.B. Jakobsgreiskraut. Eine Wiederholung würde den Rahmen dieses Protokolls sprengen.

 Erwähnen möchte ich nur die Genauigkeit im ppb-Bereich, mit der auf Schadstoffe untersucht wird. Man stelle sich vor, das Kreuzfahrschiff QM II würde gewogen werden. Dann ließe sich am Gewicht nicht nur feststellen, ob der Kapitän an Bord ist. Man könne auch wiegen, ob er seine Mütze mit genommen hat.

 Unter dem TOP imkerliches beantwortete Herr Kämpf u.a. noch diverse Fragen zu

  • Herkunft des weißen Schaums im Honig,
  • Möglichkeit und Preise für Lohn-Analysen

und schloss seine Ausführungen mit dem Apell „Nicht andere schlecht machen, macht es besser!“

 Unter den TOP Sonstiges verwies Herr Mages auf den traditionellen Wachsumtausch vor der Novemberversammlung und schloss die Veranstaltung.

 Erlangen, Oktober  2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 19. November 2010 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Abschlussversammlung von 2010 wurde von 24 Mitgliedern und 9 Gästen besucht.

Nach Verlesung der Tagesordnung und der Protokolls letzten Versammlung sprach Herr Mages zum TOP Geschäftliches:

  • Der im November übliche Wachsumtausch wurde u.U. nicht von allen Interessenten wahr genommen. Wir erwägen einen zweiten Termin in 2011.
  • Bei Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums auf Honiggläsern sollen wir sensibel sein. Laut Vortrag unserer letzten Veranstaltung ist Honig nach zwei Jahren häufig nur noch als Backhonig verkaufbar. Fehlerhafte Angaben ziehen Ordnungsstrafen nach sich.
  • Im Kreis FÜ-Land planen Stadtwerke eine Biogas-Anlage. Zuliefernde Landwirte sollen verpflichtet werden, auch bunt blühende Pflanzen anzubauen. Das ist ein Lichtblick für unsere Bienen.
  • Wir suchen Interessenten für die Aufgabe des Gesundheitswartes. Das Amt ist derzeit verwaist, Frau Krauße hat ihre Funktion niedergelegt.
  • Auch 2011 planen wir an Aktionen teilzunehmen, u.a. bei
    • Messe Freizeit + Garten; in Zusammenarbeit mit dem BUND sind Streuobstwiesen das Thema. Hierzu die Frage: wie kann man die Sammelleistung eines Volkes von 25 kg Pollen darstellen?
    • ferner:
    • am Erfahrungsfeld der Sinne
    • im Tiergarten mit 2 Völkern und einem Schaukasten. Frage: Wer kann Völker spenden?

Zum TOP Sonstiges gab es keine Wortmeldung.

 Bei dieser Abschlussversammlung gab es keinen Vortrag sondern wir beschäftigten uns gemeinsam mit dem Thema

 Kreatives aus Wachs und Honig.

Zur Einführung hatte Herr Mages verschiedene Bienenwachskerzen aufgestellt und gab Tipps, wie man

  • aus Mittelwänden unterschiedliche Formen gestalten kann,
  • dass man den richtigen Docht in der richtigen Richtung verwenden muss,
  • dass das A&O die Reinheit des Wachses ist.
    Bei der Aufbereitung sind Edelstahltöpfe und Regenwasser zu verwenden.

Außer mit Wachs beschäftigten wir uns mit Propolis, Met und Blütenpollen.

 Einen breiten Raum nahmen Honig und Produkte aus Honig ein. Hierzu steuerten auch Versammlungsteilnehmer Pralinen und Lebkuchen bei.

 Hiervon durften alle probieren. Hinweise zur Herstellung wurden erläutert; Rezepte wurden verteilt.

 Ein schwieriges Thema waren Zubereitungen von Honig mit Gewürzen. Nicht die Zubereitung ist das Problem, die gelingt fast immer.

Problematisch ist die korrekte Etikettierung, wenn man etwas verkaufen will.Hier gibt es unterschiedliche Empfehlungen und Auffassungen zwischen verschiedenen Behörden mit der Folge: Der Imker macht es immer verkehrt.

 Besonders profiliert sich die Bayerische Landesanstalt für Lebensmittelsicherheit in Erlangen. Ein akademischer Wortklauber findet immer etwas auszusetzen. Folge: Das Ordnungsamt in Nürnberg droht mit Ordnungsstrafen von 180€ für Beschriftungen die anderen Orts, z.B. Hessen, keinerlei Aufsehen erregen. 

Nachdem jeder von allen mitgebrachten Proben, Pralinen und Kuchen probiert hatte verabschiedeten wir uns bis 2011.

 Erlangen, November  2010

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Eine Vielfalt an Bienenprodukten war zur Demontration aufgebaut.

Zur Herstellung von sauber brennenden Kerzen vermittelte Herr Mages viele Tipps.

Auch erfahrene Imker nahmen daran teil:
Verkostung von Honigzubereitungen, Pralinen und Lebkuchen.

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