Zeidlerverein für  Nürnberg und Umgegend e.V.

gegr.  1861

Ansprechpartner:

Franz Mages, 1. Vorsitzender

Hartstraße 5a

90475 Nürnberg

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Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 21. Januar 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere erste Versammlung in 2011 besuchten 25 Mitglieder und 5 Gäste.

Nach Verlesung der Tagesordnung und der Protokolls letzten Versammlung sprach Herr Mages zunächst zum TOP Geschäftliches:

  • Die Imkerbedarfshütte bietet ab März als Sonderaktion Rähmchen an.
  • Wir suchen für unsere diversen Aktivitäten in 2011 Völker. Wer ein oder mehrere Völker entbehren kann, bitte melden.
  • Das Jahresprogramm 2011 zeigt bei einigen Themen den Hinweis „u.a.“ wie „und andere“. Dies bedeutet fachkundige Besucher sind aufgefordert, ebenfalls einen Beitrag zu leisten und die Ausführungen des Vortragenden zu ergänzen oder zu diskutieren.
  • Besonders hingewiesen wird auf die Messe Freizeit und Garten vom 02.03. bis 06.03. und den „Tag der Biodiversität“ von Fr. 20. – So. 22. Mai. Für beides brauchen wir Helfer.
  • Der Vortrag am 18. Februar über „Kulturlandschaft im Wandel“ spricht sicherlich nicht nur Imker an. Vielleicht kann man den einen oder anderen Bekannten  zum Zuhören aktivieren. Gäste sind bei uns immer willkommen.

 Der anschließende Vortrag war unter das Thema

 Die Honigbiene – mein unbekanntes Wesen?
Eine kleine Bienenkunde über Anatomie und ähnliches

gestellt.

 Anhand eines Modells, das eine Arbeiterin im Längsschnitt zeigte, erläuterte Herr Mages den Aufbau und die Funktion der verschiedenen Organe einer Honigbiene.

 Er ging dabei nicht nur auf die gut sichtbaren ‚groben‘ Körperteile ein, wie Flügel, Fühler, Beine mit Putzscharte usw. Auch viele kleine Details, wie Zunge mit Lippentaster, Härchen zwischen den Facetten der Augen, Fußspitzen mit Klauen und Haftlappen wurden erklärt.

 Es wurde deutlich, dass bei der Bienen sehr vieles im Feinstbau (Sinneshaare usw.) angelegt ist und es ergibt sich dabei die unangenehme Frage: „Was geschieht eigentlich damit, wenn wir die Bienen routinemäßig mit ätzender Ameisensäure behandeln?“

 Dank des Längsschnittes durch den Bienenkörper waren auch die inneren Organe wie Hirn mit Strickleiternervensystem, diverse Drüsen oder der Ventiltrichter am Ausgang des Honigmagens sichtbar. Die Funktion des offenen Blutkreislaufs der Hämolymphe sowie des Atmungssystems über die Tracheen wurden deutlich.  

 Der Hinweis „u.a.“ im Programm – s. oben – wurde erfreulicherweise von Teilnehmern aufgegriffen, die interessante Ergänzungen beitrugen. So erläuterte ein Biologe anschaulich den Unterschied zwischen dem offenen Kreislauf der Insekten und dem leistungsfähigerem geschlossenen Blutkreislauf der Säugetiere. Hier und  im Atmungssystem mittels Tracheen liegt der Grund, dass Insekten und ähnliche Tiere immer klein sein müssen und wir es zu erheblicher Größe schaffen.

 Die Tracheen begrenzen aber nicht nur das Wachstum. Sie sind andererseits gute Wärmeisolatoren, was den Bienen in der Wintertraube sehr zu Gute kommt.

 Nach weiteren Diskussionsbeiträgen schloss Herr Mages die Versammlung mit einer Einladung zur Februar-Veranstaltung.

 Erlangen, Januar  2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 18.Februar 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung, zu der Herr Mages Herrn Thoss vom Deutschen Verband für Landschaftspflege begrüßte, besuchten 33 Mitglieder und 14 Gäste. Herr Thoss sprang kurzfristig ein für den erkrankten Herrn Werner Kuhn, der ursprünglich den heutigen Vortrag halten wollte.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung wies Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches auf folgende Veranstaltungen hin:

  •  Die anstehende Freizeitmesse, bei der jeder mitmachen kann,
  • die Jahresversammlung im März,
  • den Anfängerlehrgang im April, hierfür werden noch sowohl Helfer als auch Völker gesucht.
  • Die Imkerbedarfshütte ist jetzt wöchentlich geöffnet.

Anschließend hielt Herr Thoss seinen Vortrag unter dem Motto

„wild statt mono“
Kulturlandschaft im Wandel

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege ist Partner des Projektes ‚Biogas aus Wildpflanzen‘.

In Deutschland werden die Biogasanlagen ständig zahlreicher, alleine im Landkreis Ansbach gibt es 144 Anlagen. Als Folge wird auf immer mehr Flächen in Monokultur bevorzugt Mais angebaut. Das verursacht durch Überdüngung und  Pflanzenschutz zunehmend Probleme bei der Trinkwasserversorgung, fördert die Verbreitung von  Krankheiten und Pilzen im Boden, bewirkt einen Rückgang an Wildtieren und Bodenbrüter.

Hier Abhilfe zu schaffen ist das Ziel der oben genannten Projekte.

Es wird versucht eine Mischung von blühenden Pflanzen zu finden mit denen die Monokulturen abgelöst werden können.

Diese Mischkulturen haben nicht nur einen ökologischen Vorteil, sie sollen auch ökonomisch vorteilhaft werden:

  • Eine Aussaat soll für 4 Jahre ausreichen sein, da sie einjährige und mehrjährige Pflanzen enthält.
  • Der Bauer muss seine Äcker viel weniger befahren, da die Pflanzenmischungen robust sind.

Herr Thoss zeigte uns anschaulich den Stand der Entwicklung. Man ist schon weitgehend fortgeschritten. Es wird ausreichend Biomasse erzeugt, wobei auch großer Wert auf das Vermeiden unerwünschter Kräuter gelegt wird.

In wenigen Jahren wird passendes Saatgut auf dem Markt sein und Biogasanlagen in der jetzigen Form werden nicht mehr zugelassen werden.

Nach einer anschließenden Diskussion schloss Herr Mages die Versammlung mit einer Einladung zur Jahresversammlung am 18. März 2011.

 Erlangen, Februar  2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 15. April 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung besuchten 34 Mitglieder und 10 Gäste, sie war diesmal ohne externen Vortragenden geplant.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung wies Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches auf unsere anstehenden  Veranstaltungen hin, wie

  • Präsentation auf dem Erfahrungsfeld der Sinne,
  • Tag der Artenvielfalt am Lehrbienenstand,

bei denen noch Helfer benötigt werden.

Zum Imkerausflug sind auch Gäste eingeladen. Näheres zeigt ein Rundschreiben. Rundschreiben werden zunehmend per E-Mail verschickt. Das spart uns Porto und Arbeit. Bitte in Frage kommende Adressen melden.

  • Der Anfängerlehrgang ist mit 13 Teilnehmern gestartet.
  • Für die Bestellung von Varroa-Behandlungsmitteln läuft die Frist ab.
  • Zu unserer Jubiläumsveranstaltung im Januar 2012 hat Prof. Münstedt zugesagt. Wir benötigen zur Vorbereitung dringend Bilder oder Urkunden aus unserer Vergangenheit. Apell an ältere Mitglieder: Durchsucht mal Eure Speicher.
  • Die Untersuchung von ‚Honig aus dem Stadtgebiet‘ hat keinerlei belastete Proben gezeigt.

Die anschließende Information stand unter dem Thema

Vorbereitung auf die neue Bienensaison.

Unter der Moderation von Herrn Mages wurde sie als Diskussion und Erfahrungsaustausch der Versammlungsteilnehmer geführt. Folgend Punkte kamen zur Sprache:

  • Genetische Vielfalt der Bienenvölker. Es gibt u.a. frühe und späte Völker.
  • Beim imkern muss ich mir bestimmte Ziele setzen (Völkervermehrung, Honigproduktion, usw.). Alles parallel machen geht nicht.
  • Wandern erfordert gründliche Vorbereitung. Außer der Wahl des Wanderplatzes muss auch unbedingt auf Dinge wie Lüftung und Wasserversorgung geachtet werden.

Es gab Tipps zu

  • Rähmchen und Verdrahtung,
  • Richtige Anwendung von Rauch und Bienenfluchten,
  • Hilfsmitteln zum Tragen schwerer Beuten,
  • Hygiene bei der Produktion von Mittelwänden und der Bestückung des Honigraumes,
  • Wahl der Absperrgitter aus Metall oder Kunststoff,
  • Völkervermehrung und Königinnenzucht, Einsatz des MiniPlus-Systems.

Die TOP Imkerliches und Sonstiges waren durch obige Diskussion abgedeckt. Herr Mages beendete die Versammlung.

 Erlangen, April 2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

 

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 20. Mai 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung besuchten 35 Mitglieder und 12 Gäste. Abweichend vom ursprünglichen Jahresprogramm fand an Stelle des Vortrages eine Information zum Thema Schwärme statt.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung gab  Herr Mages unter dem TOP Geschäftliches zunächst einen Rückblick auf unseren Vereinsausflug und sprach dann folgende Punkte an:

  • Für unsere Präsentationen auf dem Erfahrungsfeld der Sinne mit dem Bienenfest im Juni liegen Teilnehmer-Listen aus.
  • Wer braucht Zuchtstoff? Der Verein verfügt über ein geeignetes Spendervolk.
  • Es gibt einen neuen Faulbrutsperrbezirk in Schmalau. In diesem Zusammenhang wurde auf die Wichtigkeit der Standortmittelungen an die Veterinärbehörden hingewiesen.

Anschließend informierten wir uns über

Schwärme und Schwarmfangmethoden.

Es gab unter Moderation von Herrn Mages einen Erfahrungsaustausch, zu dem viele Teilnehmer in der Diskussion beitrugen. Angesprochen wurde u.a.:

  • Die aktuelle Situation – dieses Jahr gibt es auffällig früh viele Schwärme. Hilferufe von der Feuerwehr usw. werden nach Möglichkeit an Vereinsmitglieder, sortiert nach Postleitzahlen, weitergeleitet.
  • Mehrere Imker gaben Tipps zur Schwarmverhinderung, wie ausreichend bauen lassen, junge Völker verwenden, Brechen von Weiselzellen, Brutentnahme und Entnahme von Pollenwaben.
  • Maßnahmen wie Verstellen von Völkern und das Umhängen von Zargen und Absperrgittern wurden detailliert erläutert.
  • Die rechtliche Grundlage zur Schwarmverfolgung und Besitznahme ist im Bürgerlichen Gesetzbuch ausdrücklich geregelt. Sie ermöglicht es Imkern, auch fremde Grundstücke zu betreten. Er muss dann aber für Schäden haften.
  • Zum Einfangen der Schwärme haben sich mehrere Hilfsmittel wie Schwarmfangbeutel, weiße Tücher und präparierte Kästen bewährt.
  • Gefangene Schwärme sollte man in Dunkelhaft nehmen und mit Ameisensäure behandeln um Faulbrut, Varroa und andere Parasiten in Schach zu halten.

Unter dem TOP Sonstiges bedankte sich Herr Bösner bei Herrn Mages für die Vorbereitung und Organisation des schönen Vereinsausflugs.

Mit einem Hinweis auf die kommende Veranstaltung mit einem Vortrag zur Einfütterung schloss Herr Mages die Versammlung.

 Erlangen, Mai  2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 17. Juni 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere Versammlung besuchten 30 Mitglieder und 5 Gäste.

Nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung sprach Herr Mages zum TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Ab nächstem Freitag können die bestellten Varroa-Behandlungsmittel in der Imkerbedarfshütte abgeholt werden.
  • Für den Verkauf von Winterfutter fehlt uns noch ein Angebot.
  • In Fürth-Ronhof gibt es einen neuen Faulbrutsperrbezirk. Herr Mages appellierte an eventuell betroffene Imker, Auflagen von Veterinärbehörden gewissenhaft zu befolgen.
  • Ein Rückblick auf den Tag der Artenvielfalt zeigte, dass unser Lehrbienenstand nur von 13 bis 15 Leuten besucht wurde, zu deren Betreuung wir 9 Zeidler bereit hatten. Andere Veranstalter hatten ein ähnliches Ergebnis, so dass man die Art der Organisation (viele im Stadtgebiet zerstreute Aktionen) in Frage stellen muss.
  • Mehr Zulauf versprechen wir uns vom Erfahrungsfeld der Sinne, speziell vom Bienenfest am 22./23. Juni. Der dortige Bienenstock zeigt dieses Jahr eine Besonderheit: man kann zwei aktive  Königinnen bei ihrer Arbeit in einem gemeinsamen Volk beobachten.

Als nächsten TOP hatten wir einen Vortrag von Herrn Seibert von der Südzucker AG über die Fütterung der Bienen eingeplant. Leider warteten wir auf den Referenten vergebens.

Als Ersatz führten wir eine Diskussion zu dem Thema Wintereinfütterung.

Verschiedene Teilnehmer der Versammlung berichteten über ihre guten, aber auch schlechten Erfahrung mit

  • Zuckerwasser – es ergeben sich öfters Probleme mit der Haltbarkeit,
  • Fertigfutter als Teig – es wird nicht immer von den Bienen abgenommen, außerdem werden die Winterbienen kurzlebiger,
  • Flüssigfutter – es kann passieren, dass sich die Bienen ertränken.

 Die Diskussion wurde fortgesetzt unter dem TOP Imkerliches:

Herr Winnerlein wies darauf hin, dass nach der Linde im Stadtgebiet mit keiner weiteren Tracht zu rechnen ist. Es ist Zeit für das Abschleudern, Auffüttern und die Sommerbehandlung gegen die Varroa-Milbe.

Es eignen sich Ameisensäure und Thymol; 2011 aber alles etwas früher als gewohnt.

Unter dem TOP Sonstiges verwies Herr Mages auf das Reichswaldfest und schloss die Versammlung mit einer Einladung zum 15. Juli mit einem Vortrag über den Reichswald.

 Erlangen, Juni  2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

  Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 15.07.2011 in Nürnberg

 Unsere Veranstaltung besuchten 26 Mitglieder und 6 Gäste.

 Nach der Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Versammlung sprach Herr Mages zu Top Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Futtermittel sind in der Imkerbedarfshütte noch zu bekommen
  • Bestellte Varroamittel bitte abholen
  • Termine auf dem Erfahrungsfeld sind noch zu besetzen
  • Reichswaldfest steht noch an

 Als nächster Top steht der Vortrag von Herrn Fuhrmann, stellv. Leiter des Forstbetriebes Nürnberg an:

1296 begann die Zeidlerei im Reichswald mit Sonderrechten. Die Zeidler hatten damals auch Polizeifunktion. Damals herrschte noch ein Mischwald mit Linde vor. Die jetzige Dienststelle des Forstbetriebes in der Moritzbergstr. ist ein altes Zeidelgut.

1368 beginnt Peter Stromer mit der Kiefersaat, nachdem der Reichswald starkt geplündert wurde. Es ist der Beginn des ersten künstlich begründeten Forstes. Es ist auch de Beginn des Steckerlaswaldes. Die Flechten-Kiefernwälder entstanden wegen der Übernutzung der Wälder, der Boden war so arm, dass natürlicherweise keine neuen Pflanzen hoch kamen.

Im 17. Jahrhundert beginnt der Niedergang der Imkerei auch wegen geringer Ernten durch die  Nadelholzmonokultur. Rohrzucker und der Rübenzucker als neues Süßungsmittel taten ein Übriges.

1894 waren 10 000 ha Reichswald durch Kieferspanner und anderer Kalamitäten vernichtet. Es wurden wieder Kiefern angepflanzt.

1980 entstand die erste Bannwaldverordnung in Bayern mit dem Ziel des Erhaltes des Reichswaldes in seiner Fläche.

1986 Begann das Reichswaldprogramm. Es ist der Beginn von massiven Umbaumaßnahmen. Circa 9000 ha Kiefernbestände wurden mit Laubholz ( eichen, Buche, Linde) unterpflanzt. Sie wurden auch gepflanzt um die Waldbrandgefahr einzudämmen. Es folgt, dass Beerenkräuter verschwinden. Bei einem starken Mischwald sind im unteren Bereich mehr Blütenpflanzen. Auf einheimischen Holzarten sind mehr Lebewesen vorhanden als auf fremdländischen.

Ziel des Forstbetriebes ist

  • die Schaffung von stabilen gemischten Beständen durch die Nutzung der Wälder
  • In reinen Nadelholzbeständen weiterhin Pflanzung von Laubhölzern
  • Erhalt der Boitopbäume, ca 10 Bäume pro Hektar
  • Anlegung von künstlichen Biotopen
  • Erhalt von spezifischen Lebensräumen.
  • Wege werden mit Kalkschotter gebaut, an deren Rändern durch die Veränderung des ph-Wertes neue Lebensräume mit einer anderen Vegetation entstehen.

 Im Reichswald gibt es derzeit über 100 Imker. Ziel des Forstbetriebes ist die Förderung der Bienenhaltung.

 Nach einer umfangreichen Diskussion, in der auch der intensive Maschineneinsatz diskutiert wurde, verwies Herr Fuhrmann auch auf die Umwelt zerstörerische Holzeinschlagmenge in Sibirien, die ohne Genehmigung erfolgt und langfristige Schäden auch des Klimas zur Folge haben wird, da Tundrawälder sehr langsam wachsen oder überhaupt nicht mehr entstehen. Diese riesigen Holzmengen werden überwiegend in westeuropäischen Baumärkten angeboten.

 Unter sonstiges verwies H. Mages auf die nächste Zusammenkunft im September und wünschte einen erholsamen Sommer.

 Für den Schriftführer

Franz Mages

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 17. September 2011 20:00 Uhr in Nürnberg

Unsere erste Versammlung nach der Sommerpause besuchten 28 Mitglieder und 15 Gäste. Herr Mages begrüßte Frau Dr. Friedgard Schaper vom Fachzentrum Bienen, die den heutigen Fach-Vortrag hielt.

Nach Verlesung der Tagesordnung sprach Herr Mages zunächst zum TOP Geschäftliches:

  • Die aus der Imkerbedarfshütte abgeholten Varroabehandlungsmittel werden demnächst abgerechnet.
  • Wir bitten um Vorschläge zu Referenten und Themen für unser Programm 2012.
  • Eine Vereinsfahrt ist Ende April 2012 zu einem Wachs verarbeitenden Betrieb geplant.
  • Die Aktion ‚Untersuchung von Stadthonigen‘ läuft. Es wurden bisher keine belasteten Proben festgestellt. Das Ergebnis wird Herr Müller-Engler auf unserer Novemberveranstaltung vorstellen.

Frau Dr. Schaper empfahl und verteilte zwei neue Informationsblätter der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit den Titeln

  • Mit bayerischem Honig durch das Jahr

und

  • Blumen im Garten, Bienen im Garten.

Anschließend informierte Sie uns in einem Vortrag zu dem Thema

Bienen und Klimawandel
Wie geht es den Bienen wenn es wärmer wird?

Zu Beginn stellte sie ausführlich die Bedeutung der Honigbienen dar, die 80% aller bunt blühenden Pflanzen bestäuben. Die Biene ist somit unersetzlich für die Umwelt und auch für unsere Ernährung. Es stellt sich die Frage, ob dieses wichtige Tier durch eine Erwärmung unserer Umwelt gefährdet ist.

Frau Dr. Schaper zeigte auf, wie unsere westliche Honigbiene ursprünglich aus wärmeren, asiatischen Klimazonen über den Mittelmeerraum nach Europa eingewandert ist. Es haben sich nördlich des Mittelmeeres ca. 25 verschiedene Rassen herausgebildet, die Europa bis Skandinavien und bis zum Ural besiedelten. Zwischenzeitlich zogen sich die Bienen aufgrund der Eiszeit mal zurück und eroberten Europa erneut.

Die westliche Honigbiene erwies sich als äußerst anpassungsfähig und reagierte gegebenenfalls durch Ausbildung spezieller Rassenmerkmale an sich ändernde Klimabedingungen.

Auch in jüngster Vergangenheit eroberte die Honigbiene als Folge der Kolonialisierung neue, fremde Territorien, wie z.B. Nordamerika oder Brasilien.

Sie wird sicherlich eine Erwärmung überstehen.

Aber ganz einfach verliefe das nicht. Es ist eine Ausbeute anderer Trachtpflanzen erforderlich. Viele unserer bekannten Pflanzen wird es mit Sicherheit bei uns nicht mehr geben, an ihre Stelle treten dann aber z.B. Artischocken als Gemüse  oder vermehrt Laubbäume wie Edelkastanie, Kornelkirsche usw.

Waldhonig liefert dann nicht mehr Tanne und Fichte sondern Pflanzen, die von der Zikade Metcalfa pruinosa befallen sind. Es könnte dann schlicht einmal Brennnesselhonig geben.

Es kann aber auch zu einer Verarmung an Trachtpflanzen kommen, da beispielsweise der Maisanbau noch mehr zunimmt. Hiergegen helfen nur die bereits anlaufenden Programme, wie z.B. „Wild statt Mono“.

Bei unseren Bienen wird sich das Brutverhalten ändern. Es können z.B. Sommerpausen eingelegt werden und im Winter wird dann durchgebrütet. Das ruft ganz andere Schädlinge und Bienenseuchen hervor.

Die Konsequenz:

  • Die Honigbiene ist auch in Zukunft sehr wichtig.
  • Es ist ein Förderung der Biene aber auch der Bienenweide notwendig.
  • Neue Krankheiten erfordern unsere Aufmerksamkeit.
    Auch wir müssen flexibel bleiben!

Im anschließenden TOP Imkerliches beantwortete Frau Dr. Schaper noch diverse aufkommende Fragen, wie z.B. den gezielten Austausch von Rassen (wie Carnica gegen Italiener Biene). Sie warnte vor unabsehbaren Folgen. Auch der zurückliegende Austausch der dunklen Biene gegen die Carnica war aus heutiger Sicht keine lobenswerte Tat mehr.

Unter dem TOP Sonstiges bedankte sich Herr Mages bei allen Helfern bei unseren öffentlichen Auftritten.

Mit einem Hinweis auf den kommenden Vortrag über Ameisen schloss er die Versammlung.

 Erlangen, September  2011

Peter Hahn
-Schriftführer-

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.

am 21. Oktober 2011, 20.00 Uhr in Nürnberg

 

Die Veranstaltung besuchten 25 Mitglieder und 14 Gäste.

Herr Mages begrüßte Herrn Fleischmann von der Ameisenschutzwarte, der den heutigen Vortrag hält.

 Nach Verlesung der Tagesordnung sprach H. Mages zu Top Geschäftliches

  • im Januar findet das 150 jährige Jubiläum statt. Einladung ergeht gesondert.
  • Vor der Novemberversammlung findet der Wachsumtausch statt.
  • Thema in der Nov.-Versammlung Top bar hife -  topp oder flop?
  • Freizeitmesse ist Ende Februar. Wir werden einen Stand gestalten.
  • Durch die Veranstaltungen im Januar und Februar kann man den Honiglehrgang absolvieren.

 Herr Fleischmann stellte 8 verschiedene Ameisenarten vor

  • kahlrückige Waldameise,
  • Rote Waldameise, sie ist behaart, beide bauen große Nester;
  • Wiesenwaldameise, hat starke Zangen, beißt sogar Gras ab, baut Straßen 5 bis 6 cm unter der Grasnarbe;
  • Strunkameise, nur noch an 2 Standorten in Bayern belegt;
  • Große Kerbameise, lebt in Grasflächen, selten;
  • Blutrote Raubameise, holt von kleinen Ameisen die Puppen, diese müssen das ganze Jahr über für sie arbeiten und werden im Herbst verspeist.

Die Winterruhe ist von Dezember bis März. Erste Sonnung = Erwachen Anfang März.
2. Sonnung zwei Wochen später, die anderen Ameisen im Bau werden geweckt und kommen nach oben. Bei einer Beschattung durch den Menschen verschwinden sie schlagartig.

Ab April kommen die Geschlechtstiere. Um die Mittagszeit erklimmen sie hohe Standorte und segeln weg um Partner zu finden. Die Begattung findet am Boden statt. Nach der Begattung brechen die Flügel des Weibchens ab. Die Männchen kriegen nichts mehr zu fressen und können nicht mehr ins Nest zurück. Sie sind leichte Beute für Vögel.

Ameisen haben bis zu 60 m lange und bis zu 20 cm breite Straßen.

Ein großes Ameisenvolk erbeutet bis zu 100 000 Insekten. Das 2. Standbein der Ernährung ist der Honigtau. Ameisen bewachen und verteidigen Honigtauerzeuger. Ameisen tragen sogar Lachniden an ihre angestammten Bäume. Ameisen bewachen Läuse, aber sie züchten sie nicht.

Die Nahrung der Ameisen wird im Staatsmagen eingetragen. Erst wenn eine Ameise gefüttert wird, kann sie den Inhalt des Staatsmagens an andere Ameisen abgeben. Ameisen fressen auch Pflanzenteile und Samen. Dadurch erfolgt eine Ausbreitung von 84 Pflanzenarten. Wo Ameisen leben ist die Artenvielfalt größer. In einem Ameisennest können bis zu 10 000 andere Insekten leben.

Das Nest hat von April bis August eine Temperatur von ca. 30 °C. Sog. Wärmeträger lassen sich von der Sonne bescheinen und bringen so die Wärme ins Nest. Ameisen selbst sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette, z.B. für Vögel. Gefährdet werden Ameisen durch Baumrodungen durch schweres Gerät wie den Harvester. Tiere  schädigen die Ameisen nicht.

Die Rossameise ist der größte Krabbler. Sie zerstören die Isolierungen von Bienenkästen und Deckeln und holen das Futter. Ihre Königin ist größer als eine Bienenkönigin.

Die Holzameise baut ein Kartonnest, das mit einem Pilz besetzt wird.

Die Kleinsten sind die Knotenameisen.

Die Population der Ameisenarten sinkt stark.

Sehr kritisch sind die asiatischen Marienkäfer zu sehen, die den Ameisen viel Nahrung wegfressen, selbst aber keine Feinde haben.

Nach einer umfangreichen Diskussion dankte der Vorsitzende Mages dem Referenten für den lebendig gestalteten und sehr aufschlussreichen Vortrag. Er bot an, dass sich die Ameisenschutzwarte an der Freizeitmesse am Stand des Vereins mit ihrem Anliegen präsentieren kann.

Unter Sonstiges verwies H. Mages auf die dringend notwendige Winterbehandlung gegen die Varroa, da bereits jetzt Völkerzusammenbrüche gemeldet werden.

Mit dem Hinweis auf den Wachsumtausch und die Novemberversammlung mit dem Fachberater Müller-Enger beschloss H. Mages die Versammlung.

 

Oktober 2011

Für dem Schriftführer

Franz Mages

Protokoll über die

Fortbildungsveranstaltung des Zeidlervereins für Nürnberg und Umgegend e.V.
am 18. November 2011, 20.00 Uhr in Nürnberg

 Unsere letzte Veranstaltung des Jahres 2011 besuchten 33 Mitglieder und 9 Gäste.

Herr Mages begrüßte Herrn Müller-Engler, den staatlichen Fachberater für Mittel- und Unterfranken. Herr Müller-Engler berichtete uns in seinem Vortrag über die Oberträger Beuten, außerdem stand er uns zu den TOP Imkerliches und Sonstiges zur Verfügung.

 Doch zunächst sprach Herr Mages, nach Verlesung der Tagesordnung und des Protokolls der Oktoberversammlung, unter TOP Geschäftliches folgende Punkte an:

  • Der Wachsumtausch ist abgeschlossen.
  • Die Januarversammlung findet am Samstag, den 21.Januar 2012 statt. Es ist unsere Fest-Veranstaltung zum 150-jährigen Jubiläum. Einladung folgt per Rundschreiben.
  • Das Jahresprogramm 2012 ist zu ca. 50% erstellt.
  • Wir werden wieder an der Messe Freizeit + Garten teilnehmen, eventuell in einer anderen Halle. Thema: „Ökologische Bedeutung der Honigbiene.“ Helfer sind, wie immer, willkommen.

Seinen anschließenden Vortrag nannte Herr Müller-Engler

Top-bar hive – top oder flop?

 Er stellte eine neue Bauart von Beuten mit der dazugehörigen Betriebsweise vor. Ursprünglich entwickelt wurde diese Betriebsweise von bzw. für Imker in Afrika, die mit einem geringen Materialeinsatz zu einer Honigernte kommen wollen.

Grund für einen Einsatz dieser Beuten in Deutschland liegt in einem Wandel bei der Imkerschaft.

Neuimker sind nicht unbedingt an einem auskömmlichen Honigertrag interessiert, für den man dann 10 bis 30 Völker benötigt. Sie möchten sich lieber 1 bis 3 Völker in ihren Garten stellen und hin und wieder etwas Honig für den Eigenverbrauch ernten.

Diese Imker scheuen hohe Anschaffungskosten für die Erstausrüstung. Außerdem werden sie durch die lästigen bürokratischen Hürden (Eichgesetz, Honigverordnung, Vorschriften für korrekte Etikettierung, und was uns sonst noch alles stört) abgestoßen.  Maßnahmen zur Bienengesundheit werden allerdings ernst genommen.

Herr Müller-Engler verglich diese Imker mit Hobby-Gärtnern, die sich ein Himbeerbeet zulegen. Die wollen auch nur ein paar notwendige Pflegemaßnahmen machen und nicht zuvor ein Zertifikat über Obstanbau erwerben.

Hierfür ist anscheinend die top-bar hive ideal:

  • Sie kommt mit wenig Material aus. Teure Zargen, Mittelwände und Rähmchen entfallen;
  • Bienengesundheit ist gewährleistet, da man jährlich im Prinzip mit Kunstschwärmen beginnt und alles Material mit Milchsäure desinfiziert;
  • Viele übliche Arbeiten, wie z.B. Rähmchen drahten, entfallen.

Auf detaillierte Beschreibungen von Bauweise und Betriebsart wird hier verzichtet. Das lässt sich im Internet beim Fachzentrum Bienen (www.lwg.bayern.de/bienen/) nachlesen.

Anschließend diskuttierte Herr Müller-Engler unter dem TOP Imkerliches die noch unbedingt erforderliche Varroa-Behandlung.

 Mit guten Wünschen zum Weihnachtsfest und zum kommenden Jahr schloss Herr Mages die Versammlung.

 Erlangen, November 2011

 Peter Hahn
-Schriftführer-

Metcalfa pruinosa - Bläulings Zikade

Sie wird als Honigtauerzeuger die bekannten Pflanzenläuse ablösen.

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